Plastikfreies Einkaufsvergnügen

Plastikfreies Einkaufsvergnügen

Pressemitteilung von ohne.ch aus Baden – ein innovativer Anbieter für plastikfreies Einkaufsvergnügen.

Im «Ohne» in Baden gibt es alles, ausser Plastik. Doch wie funktioniert das Einkaufen konkret? Ein Erlebnis-Bericht.

In unserem unverpackt-Laden ohne.ch wollen wir möglichst wenig Verpackung und schon gar keinen Plastik.

Dabei möchten wir jedoch nicht verzichten, sondern ganz einfach Verantwortung übernehmen. Verantwortung für uns selber, unsere Mitmenschen und die Generationen, die unserer folgen werden.

Ein bewusster Umgang mit den Ressourcen die uns die Erde bietet ist heute wichtiger denn je. Die Umwelt soll und kann geschont werden und das beginnt ganz einfach bei DIR.

Wir wollen die Menschen zum Nachdenken anregen und dabei helfen, bewusster zu konsumieren.


«Bewaffnet» mit Tupperware-Böxli, Papiertütchen und Aufbewahrungsdosen stehen wir vor dem dunkelroten Haus an der Stadtturmstrasse 15. Hier im Unverpackt-Laden «Ohne» wollen wir gleich einkaufen – und zwar ohne Plastiksäcke und andere Wegwerfverpackungen. Weil wir Greenhörner sind, haben wir vorher auf der Website von ohne.ch gestöbert und dort gelesen, dass wir unsere eigenen Behältnisse mitbringen dürfen. Doch: Wie funktioniert das Einkaufen nun konkret?

Neugierig betreten wir den Laden – und sind überrascht: Kein vollgestellter Bio-Laden mit Gerüche-Mix der Luft, sondern ein grosszügiges, stylisch eingerichtetes Ladenlokal empfängt uns. Auf einer Tafel über der Waage steht direkt die Anleitung: 1. Behälter abwägen und mit Leergewicht beschriften. 2. Mit Ware befüllen. 3. An der Kasse bezahlen. Also legen wir unsere mitgebrachten Behältnisse auf die Waage und beschriften sie mit einem abwaschbaren Kreidemarker: 2 g (eine Papiertüte), 52 g (die Gewürzdose), 130 g (der Vorratsbehälter). Wir schnappen uns einen aus alten Holzkisten gebauten Einkaufswagen. Es kann losgehen!

An den Wänden im rechten Teil des Lokals hängen gut 50 Abfüll-Behälter aus Glas, sogenannte «Bins», die mit allerlei Kleinteiligem befüllt sind: Teigwaren, Flocken, Linsen, Reis, Bohnen oder Zucker. Wir öffnen unsere Vorratsdose, halten sie unter die Röhre mit dem Risotto und drehen den Verschluss – schon rieseln die Reiskörner massvoll ins Behältnis. Und wo können wir jetzt das Preis-Etikett ziehen? «Gibt es hier nicht», erklärt uns Sophie Scaramuzza, die das Geschäft zusammen mit Silja und Philipp Buck am 12. August 2017 eröffnet hat. So erfährt die Kundin zwar erst an der Kasse, wie hoch der Einkaufsbetrag ist, nachdem alles gewogen wurde. «Bisher störte das aber niemanden», so die Mitinhaberin.

Auf einem grossen Tisch stehen unzählige «Bonbon-Dosen» mit Guetzli, Nüssen, Gewürzen, Gummibärli, Tee oder Trockenfrüchten. Die Pekannüsse von der Rösterei «GeNüssli» in Ehrendingen können wir mit einer kleinen Schaufel in die Papiertüte befördern. Kakaopulver suchen wir hingegen vergebens. Yvonne Bergmann, in Ausbildung zur Umweltberaterin und das «fleissige Bienchen» im «Ohne», hat jedoch eine schmackhafte Alternative bereit: «Probiert doch unsere Schoko-Würfeli, die lösen sich in warmer Milch auf!» Wir schöpfen sie in die Gewürzdose und hoffen, dass sie den Geschmack nicht annehmen.

Hätten wir jetzt nicht unsere Verpackungen mitgebracht, würden wir auf einem der vielen Holzgestelle – natürlich alle selbst gezimmert – fündig: Hier stehen leere Behälter in allen Grössen, Materialien und Formen. Die Preise sind erstaunlich moderat: Offensichtlich haben Grossverteiler und Dekoläden sehr hohe Margen auf solchen Produkten!

In einem riesigen Kühlschrank stehen die Milchprodukte. Von Joghurt und Milch bis Pesto Balsamico – alles im Glas. Wer Butter möchte, kann dies an der Theke melden, und die gewünschte Menge wird direkt von einem «Riesen-Mödeli» abgeschnitten. Nur Käse gibt es noch nicht. Sophie erklärt, warum: «Wir haben noch keine Möglichkeit gefunden, wie wir ihn unverpackt am besten anbieten, ohne dass es im ganzen Laden nach Käse riecht.»

Auch frisches saisonales Bio-Obst und -Gemüse gehört zum Sortiment, für das Silja Buck zuständig ist. Noch ist es überschaubar, «aber unser Ziel ist, dass man bei uns alles für den täglichen Bedarf findet», erklärt Sophie. Eier in kompostierbaren Kartons gibt es ebenso bereits wie frisches Brot von der Bäckerei Arnet, das jeden Morgen von der Haselstrasse zu Fuss gebracht wird. Regionale Produkte und möglichst umweltfreundliche Anlieferung sind bei «Ohne» oberstes Gebot. Kuchen stellt Hobby-Bloggerin Sophie selber her. Auch die Salate, Suppen und Sandwiches in der «xund2go»-Theke sind selbstgemacht. «Und wir haben täglich mindestens ein glutenfreies und ein veganes Gericht im Angebot.»

Auch im zweiten Geschäftsraum, in dem Nonfood und «Chind und Chegel» untergebracht sind, bleibt «Ohne» seinem Konzept treu: Wasch- und Putzmittel kann man abfüllen, WC-Rollen einzeln kaufen. Beim Stöbern finden wir spannende Produkte wie Bambus-Zahnbürsten, Roggen-Strohhalme oder Bienenwachs-Tücher, die sich durch die Wärme der Hände formen und bis zu einem Jahr verwendet werden können. Betört vom Sheabutter-Duft kaufen wir sogleich eine kleine Seife. Ein ideales Mitbringsel!

An der Kasse fragt uns der fröhliche «Happyman» Robson Schreiber, ob wir sie als Geschenk einpacken lassen möchten – in recyceltem Plakatpapier. Der Endbetrag ist erstaunlich günstig, sodass ein knuspriges Ohne-Brot locker noch ins Budget passt. Wir verstauen unsere Einkäufe in unserer Jute-Tasche und fragen uns: Wo ist die Quittung? «Die Kassenzettel-Funktion haben wir abgeschaltet», erklärt Sophie. Pro Tag gebe es bei gut 100 Kunden höchstens drei, die einen Beleg verlangten. 97 würden in den Papierkorb wandern – reinste Papierverschwendung.

Zum Abschluss trinken wir noch einen Tee in der Café-Ecke. Wir setzen uns an einen der selbstgebauten Tische auf Kissen aus jener Plache, die anfangs über dem Ladeneingang hing. In der Kinderspielecke amüsieren sich Kleinkinder, ihre Väter – Stammgäste übrigens – unterhalten sich angeregt bei Kaffee und Gipfeli. Ein Kinderparadies ist das «Ohne» also auch noch!

Die Betreiberinnen wollen ihre Kunden aber in erster Linie mit ihrer Philosophie inspirieren, den Abfall-Überfluss zu minimieren und so Umweltschutz zu leben. Das gelingt ihnen täglich. Beim Hinausgehen sehen wir eine schwarze Tafel: «Fehlt Dir öppis?» steht da. Mit dem Kreidemarker schreiben wir «Kakaopulver» drauf. Aber vielleicht sind die Schokoladewürfelchen ja sowieso besser…

Weitere Infos zum Thema: www.unverpackt.ch

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